Goldener Rhododendron
#2

Nun ist also genau das eingetroffen. Einmal dem Verlangen nachgekommen und anonym einen Blog geöffnet, um darin seiner Schreibsucht ungestört nachzukommen, wird er nicht mehr angerührt, zum Teil gar vergessen oder mit Absicht links liegen gelassen.

Dann kommen allerdings diese gewissen Abende. Man hat einen Berg von Aufgaben zu bewältigen den man versucht mit Ignoration zu erklimmen, was nur bedingt klappt. Man surft den lieben langen Tag Jogginganzugtragend ["Dahaam nix anners!"] im Internet oder schaut wahlweise fern, während die Körperausdünstungen mir denen des über quillenen Mülleimers fröhlich eine Party feiern. Kennt jeder, findet jeder eklig anzusehen, aber hat jeder mal gemacht. Nachdem der Tag mit nichtstun vergeudet wurde überkommt einen Abends meist das schlechte Gewissen da der Berg von Arbeit kein bisschen kleiner geworden ist. In meinem Fall kommt noch ein Telefonanruf dazu, der sich vorraussichtlich in etwa anderthalb Stunden in einen Kampf gegen die Müdigkeit begeben wird. Dann ist der Film zuende, den der Gesprächspartner gerade schaut, dann werde ich wichtig. Jetzt ist es genau 23.00 Uhr. In anbetracht der Tatsache dass vllt 45 minuten Schlaf [90minuten abzüglich einer dreiviertelstunde hin und her wälzen] einfach nicht lohnen wird sich nach einer ersatzbeschäftigung ausschau gehalten. Diese findet sich nicht in Büchern, lesen ermüdet zu sehr, macht schlaff, dazu ist das Telefonat zu wichtig. Zum lernen ist es jetzt auf jeden Fall zu spät. Im Internet surfen geht ebenfalls nicht, da momentan ein Anbieterwechsel vorliegt und alles noch nicht richtig funktioniert. Und auf einmal ist er da, der Moment, als da aus einer Hintertür im Gehirt sich auf einmal dieser halb verdrängte staubige Blog meldet. Also den PC angeschmissen und ran an die Tasten.

Doch was soll man schon schreiben? Es ist verrückt. Manchmal kann man mit der Beschreibung über die eigene Persönlichkeit bzw dem eigenen Leben ganze Bücher füllen. Dazu muss man nicht Prominent sein & eine Autobiographie schreiben, dazu braucht es lediglich Lebenserfahrung. Manchmal schafft man es allerdings auch sich selber in drei Wörtern zu erklären und hat dem nichts mehr hinzuzufügen. Und ganz ganz selten fallen einem nicht mal drei Worte ein, aber das ist mir selber noch nie passiert. Ich habe nur keine Ahnung was ich jetzt groß von mir erzählen sollte, was irgendjeman hören will, was ich selber vllt in ein paar Wochen lesen will um dann denken zu könen: "Aaahja, das hast du also an einem ziemlich kalten Abend ende Mai gedacht, als du in deinem sehr sehr unaufgeräumten Zimmer gesessen bist und auf diesen einen Anruf gedacht hast."

Ich könnte erzählen das ich gerade unglaublich Lust habe auf den Balkon zu gehen und eine zu Rauchen. Blos das ich vor kurzem damit aufgehört habe, da aus dem "ab und zu" ein "regelmäßig" geworden ist. Zu einem kleinen Teil für die Gesundheit, zu einem größeren Teil für den Geldbeutel, zum allergrößten Teil aber für die Liebe. Oder dass ich beinahe in den zweifelhaften genuss von Plain White T's schmachtfetzen "Hey there Delailah" gekommen wäre, wenn ich nicht rechtzeitig den Skip-Knopf gedrückt hätte. Zum schreiben kann ich am besten Reggae hören, und genau das tue ich.
"<i>Stell dir vor es ist Krieg
und keiner geht hin
das Schlachtfeld bleibt lehr
und alle gewinn'</i>"
Nikitaman-Stell dir vor
Aber will das irgenjemand mich eingeschlossen überhaupt wissen? Oder, noch uninteressanter: Seit knapp zwei Jahren zeigt mein Desktophintergrund fast ausschließlich meine derzeitige Freundin bzw  Körperteile [->Hände, Haare &so on. Mann!]. Seit ziemlich genau zwei Jahren, denn bald jährt sich der Tag der ersten "richtigen" Beziehung -wenn man denn in solchen Kategorien denken will- zum xten mal, aber das ist sowieso ein ganz anderes Thema. Ich schätze ich werde den Tag völlig vergessen, es im Nachinein merken und mich freuen wie egal er mir geworden ist, wie die letzten Jahre.
Ich merke dass ich auch mir selber heute Abend einfach nichts zu sagen habe. Gerade habe ich mit einer Hand nach dem vibrierenden Handy suchend eine Foto-CD gefunden die ich mir anschauen werde. Und dann noch eine und dann noch eine, bis das Telefon klingelt.

23.5.08 11:24


#1

Spasm. Ist Englisch und heißt Krampf. Jedenfalls sagt das irgend ein Internet-Wörterbuch und ich glaube ihm.
Es gibt keinen bestimmten Grund warum der Blog "Krampf" heißt.
Dieser Weblog entsteht aus langeweile einerseits.
Zum anderen aber auch aus dem Anreiz mal in kompletter völliger Anonymität zu bloggen.
Es wird nirgendwo vermerkt werden das dieser Blog überhaupt existiert. Es wird außer den Einträgen kaum hinweise auf meine Person geben. Erst recht keine Bilder. Alle Angaben die ich bei der Anmeldung angegeben habe sind Falsch. Nee halt, mein Alter und geschlecht stimmen.
Dieser Blog wird schlicht ausfallen.
Keine "Über"-Seite, kein Gästebuch, kein gar nichts.

Sämtliche Blogs/Accounts die ich Besitze kennt mindestens ein Mensch den ich auch persönlich kenne.
Was allerdings nicht der Grund für die Anonymität ist.
Ich habe gerade eigentlich vor niemandem etwas zu verbergen.
Ich bin nicht vergewaltigt worden oder in letzter Zeit der Drogensucht verfallen.
Alles was ich hier erzähle [bzw was ich vorhabe zu erzählen] werde ich in irgendeiner weise auch den Menschen sagen die mir nahe stehen.
Somit hat dieser Blog für mich nichts mit einer Lüge oder einem dunklen Geheimnis zu tun. Ich denke also nicht das ich irgendjemanden damit verletze, wenn ich ihr/ihm nichts von diesem Blog erzähle.
Ich will einfach komplett ungefangen und frei schreiben.
Und ich denke/hoffe man wird mir diesen Wunsch zugestehen, wenn es denn jemals irgendwie ans Tageslicht kommt.

Ich habe keine Ahnung was ich mit diesem "Geheimnis" nun anfangen werde. Ob sich das ganze nur als eine meiner Launen entpuppt oder ob ich mich mit diesem Blog wirklich anfreunden kann.
Ob ich hier täglich oder sehr unregelmäßig blogge.
Ob ich es vllt sogar in einer Woche sein lasse.
Ob ich meine Klappe halten kann oder ob schon morgen wieder irgendwelche Menschen aus erster Hand hiervon erfahren haben.
Ich bin gespannt wohin mich der ganze Mist hier schon wieder trägt. Vorerst brauche ich aber erstmal ein anständiges Desin.
Rechtherzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.
Auf wiedersehen.
[Um Kafka zu zitieren. Haha.]
9.2.08 19:16




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